Zurück zum Blog
27. Mai 2026

Warum der erste Pilot allein noch kein Corporate Venturing ist

Warum der erste Pilot allein noch kein Corporate Venturing ist

Viele Unternehmen haben über ein öffentlich kofinanziertes Programm einen ersten oder zweiten externen Pilot durchgeführt und stehen jetzt vor der Frage, wie aus einem erfolgreichen Projekt eine Praxis wird, die sich wiederholen lässt.

In Gesprächen sehen wir dabei ein wiederkehrendes Muster. Zwei Unternehmen führen einen ersten externen Pilot durch. Beide Projekte liefern ein gutes Ergebnis. Sechs Monate später hat das eine drei weitere Projekte gestartet, das andere keins. Der Unterschied liegt nicht im Projektergebnis. Er liegt darin, ob das erste Projekt eine Grundlage für eine wiederholbare Praxis geschaffen hat oder ein Einzelfall geblieben ist.

Mit dem Innovationsbeschleuniger Baden-Württemberg und dem Venture Client Inkubator Hessen steigen aktuell viele Unternehmen kostenreduziert in ihren ersten externen Pilot ein. Beides sind öffentlich kofinanzierte Programme, in denen ekipa als Projektträger fungiert, sodass teilnehmende Unternehmen keine eigenen Förderanträge stellen müssen. In diesen Programmen entscheidet sich zweierlei: ob das Projekt erfolgreich verläuft, und ob es zur Grundlage für mehr wird.

Was den Unterschied macht: Ein einzelner Pilot ist ein Experiment. Corporate Venturing ist die Fähigkeit, Experimente wiederholt und lernend durchzuführen. Der Unterschied liegt nicht in der Anzahl der Projekte, sondern in dem, was nach jedem Projekt im Unternehmen zurückbleibt.

1) Was nach einem Pilot im Unternehmen zurückbleibt, und was nicht

Ein einzelner Pilot hinterlässt ein Ergebnis. Eine wiederholbare Praxis hinterlässt geklärte Entscheidungswege, einen skalierbaren Scouting-Prozess, interne Ansprechpartner mit Erfahrung, ein Vertragsframework, das sich nicht jedes Mal neu erfindet, und eine dokumentierte Lernkurve.

Drei Indikatoren machen den Unterschied zwischen Einzelfall und Praxis sichtbar.

Erstens: Wurde nach dem Pilot eine Go/No-Go-Entscheidung dokumentiert, inklusive Begründung? Zweitens: Ist intern klar, wer beim nächsten Projekt wieder eingebunden wird und in welcher Rolle? Drittens: Wird das Scouting beim nächsten Projekt effizienter sein, weil Erkenntnisse aus der Partnerauswahl gespeichert wurden?

Unternehmen, die diese drei Fragen mit Ja beantworten können, haben einen tragenden Pilot abgeschlossen. Unternehmen, die das nicht können, haben ein gutes Einzelprojekt abgeschlossen und müssen beim nächsten Mal wieder bei Null beginnen.

2) Capability Building als bewusste Komponente

Der Aufbau dieser Praxis-Artefakte passiert nicht automatisch durch Projektarbeit. Capability Building beschreibt den bewussten Aufbau interner Kompetenz parallel zur Projektarbeit. Es läuft innerhalb des Pilots mit, in den realen Entscheidungen und Dokumentationen, die dabei ohnehin anfallen. Dazu gehören Wissen über den Scouting-Prozess, Erfahrung in der Steuerung mit externen Partnern, Routine in der Formulierung von Problemstellungen, die für Startups bearbeitbar sind, und Vertrautheit mit den rechtlichen Rahmenbedingungen.

In der Praxis heißt das konkret: Wer beim ersten Pilot nicht von Anfang an mitdenkt, welche Rollen aus dem eigenen Haus jede Phase mitlaufen und was dabei festgehalten wird, lernt zwar als Person dazu, aber nicht als Organisation. Das Wissen bleibt bei einzelnen Köpfen hängen, oft beim externen Partner. Damit beginnt der zweite Pilot strukturell wieder bei den gleichen Fragen wie der erste.

Genau dafür sind öffentlich kofinanzierte Programme wie der Innovationsbeschleuniger Baden-Württemberg und der Venture Client Inkubator Hessen aufgesetzt. Beide enthalten Capability Building als integralen Bestandteil des Projekts. Es ist von Anfang an mitkalkuliert, kein nachträgliches Add-on.

Das bedeutet für Unternehmen konkret:

  • der erste Pilot ist Ergebnis-Lieferung und gleichzeitig Aufbau-Phase
  • Rollen und Entscheidungswege werden bewusst mitgebaut und dokumentiert
  • die Förderlogik trägt sowohl die Projektkosten als auch den Kompetenzaufbau
  • nach dem Pilot steht neben dem Projektergebnis ein Setup für das nächste Projekt

Der Effekt: Der erste Pilot wird zum Beginn einer Praxis, die das Unternehmen aus eigener Kraft weiterführen kann.

Wie komme ich konkret in den Einstieg?

Kommen Sie mit unserem Co-Founder & Co-CEO ins Gespräch und buchen Sie sich einen Termin für einen unverbindlichen Erstaustausch.

👤 Justin Gemeri – Co-Founder & Co-CEO

📧 justin.gemeri@ekipa.de

Kostenloser Diagnose-Call

Kartieren Sie Ihre Corporate-Venturing -Chance in 30 Minuten.

  • Geschärfte Analyse Ihrer Innovationsprioritäten und Integrationsrahmenbedingungen
  • Konkrete Empfehlungen zum richtigen Engagement-Modell — Public-Enabled Venturing oder Venturing as a Service
  • Transparenter Blick auf Methodik, Referenzen und 200+ erfolgreiche Innovationsprojekte
Unverbindlich · 30 Min. · Deutsch oder Englisch
Justin Gemeri
Justin Gemeri
Co-CEO · ekipa
Antwortet meist am selben Tag
LinkedIn